Morgen, und morgen, und dann wieder morgen,
Kriecht so mit kleinem Schritt von Tag zu Tag,
Zur letzten Silb' auf unserm Lebensblatt;
Und alle unsre Gestern führten Narr'n
Den Pfad des stäub'gen Tods. – Aus! kleines Licht! –
Leben ist nur ein wandelnd Schattenbild;
Ein armer Komödiant, der spreizt und knirscht
Sein Stündchen auf der Bühn', und dann nicht mehr
Vernommen wird: ein Märchen ist's, erzählt
Von einem Dummkopf, voller Klang und Wut,
Das nichts bedeutet. –


Shakespeare, Macbeth

Durch so viel Formen geschritten,
durch Ich und Wir und Du,
doch alles blieb erlitten
durch die ewige Frage: wozu?

Das ist eine Kinderfrage.
Dir wurde erst spät bewußt,
es gibt nur eines: ertrage
– ob Sinn, ob Sucht, ob Sage –
dein fernbestimmtes: Du mußt.

Ob Rosen, ob Schnee, ob Meere,
was alles erblühte, verblich,
es gibt nur zwei Dinge: die Leere
und das gezeichnete Ich.


Gottfried Benn, »Nur zwei Dinge« (1953)

Ich gestehe es: Ich
Habe keine Hoffnung.
Die Blinden reden von einem Ausweg. Ich
Sehe.
Wenn die Irrtümer verbraucht sind
Sitzt als letzter Gesellschafter
Uns das Nichts gegenüber.


Bertolt Brecht, »Der Nachgeborene« (1920)


Hiroshi Sugimoto, Seascapes - Baltic Sea Near Ruegen, 1996

Im Netz gefunden:

Perlentaucher - Das Kulturmagazin
NachDenkSeiten - Die kritische Webseite
Berliner Institut für kritische Theorie (InkriT)
Die Armutskonferenz - Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung
verteilung.at - Das Informationsportal für Verteilungsfragen in Österreich
Attac - "Vereinigung zur Besteuerung von Finanztransaktionen zugunsten der BürgerInnen"
Fabian Scheidler: „Das Ende der Megamaschine - Geschichte einer scheiternden Zivilisation
brennstoff - Aktuell ist nur das Bleibende
ute woltron - schreibt erntet beobachtet brütet yogt